Blog-Bildung

Klaus Zierer & Digitalisierung: mit welchem pädagogischen Grundverständnis gehe ich ins Klassenzimmer?

Ein lesenswertes Interview mit Klaus Zierer (Lernen 4.0, 2018) findet sich bei News4teachers: klick

Was ist gute Bildung heute?

Interessanter Beitrag auf NDR-Info (wer viel Zeit hat -85 min): klick

Schulen einfach mit Technik auszu­statten ist teuer und bringt gar nichts.“

Prof. Dr. Roland Rosenstock formuliert in diesem Interview einige interessante Gedanken in Bezug auf die Digitalisierung von Schule: klick!

Tolle Tutorials

Super Tutorials über LibreOffice, Cinema 4D oder Google Script Programmierung finden sich hier: klick!

Cool: Metastudien zu Bildungsthemen suchen

Auf den Seiten der Die TU München kann man die Befunde von aktuellen Metaanalysen zu relevanten Unterrichtsthemen suchen. Metaanalysen analysieren eine Vielzahl von Studien zu einer bestimmten Forschungsfrage: klick!

Macht das Smartphone dumm, dick, traurig?

Was macht das Smartphone mit unseren Gehirnen und mit denen unserer Kinder? Und welche Konsequenzen sollte das haben? Prof. Dr. Martin Korte fasst in einem kurzem Audiobeitrag auf SRW2 den aktuellen wissenschaftlich Stand zusammen. Tenor: Ein Leben ohne Smartphone ist für die meisten Menschen wohl nicht mehr denkbar. Schule sollte dies berücksichtigen – Allerdings sollte es Auszeiten geben. Insbesondere in Lernsituationen. klick

Mathematikunterricht
– ist das wichtig oder kann das weg?

„Rechnen ist mit Lesen und Schreiben eine der wichtigsten Fähigkeiten, die wir erlernen. Denn die mathematische Kompetenz ist ein entscheidender Erfolgsfaktor im beruflichen und privaten Alltag“, sagt zum Beispiel Claudia Abjörnson von der Stiftung Rechnen. Das geht natürlich runter wie warme Milch… Noch zahlreiche andere interessante Aussagen finden sich bei Quarks.de hier in dem Beitrag „Mathematikunterricht
– ist das wichtig oder kann das weg?“ : klick!

Tablet statt Tafel

Die Süddeutsche Zeitung stellt am 2.7. 2019 einige sehr interessante Fragen zur Digitalisierung in den Schulen. klick. Besonders gut gefällt mir der vorletzte Absatz: „Aber um welche Werte geht es? Auch um die des Apple-Gründers Steve Jobs, dessen eigene Kinder nur einen sehr eingeschränkten Zugang zu Apple-Geräten hatten und der laut seinem Biografen Walter Isaacson viel Wert auf gemeinsame Abendessen und Gespräche über Bücher und Geschichte legte? Genau das ist ja auch die Aufgabe der Schule: abzuwägen, ob und wann der Einsatz von Computern und Tablets Schülern tatsächlich nutzt, um ihr späteres Leben zu bewältigen. (…)“

Handelsblatt: Lehrer befürchten Milliarden-Verschwendung klick

Mann kann den Handelsblatt nur beipflichten, wenn sie schreiben: Der Lehrerverband fürchtet, dass der Digitalpakt den Schulen nicht viel bringen wird. Es brauche pädagogische Konzepte und entsprechendes Personal.

Die nächste Lehrerschwemme kommt bestimmt…

Ein sehr interessanter Artigkel: klick Nur: größere Klassen sind mit Sicherheit nicht die Lösung. Wie wäre es mit einer besseren Ausbildung in der 2. Phase?

Mecklenburg Vorpommern will Lehramtsausbildung leichter machen

Der Spiegel berichtet das: klick Ja, genau! Und die Piloten- und Ärzteausbildung sollten wir auch gleich deutlich vereinfachen. 😉

Cool: Testen ist überflüssig

Viele Prüfung in der Schule könnte man auch sein lassen – zumindest wenn es darum geht, aus den Ergebnissen auf künftige Leistungen in Englisch, Mathe und Naturwissenschaften zu schließen: Diese lassen sich aus den Urteilen von Lehrkräften ebenso gut vorhersagen. Zu diesem Schluss kommt ein Team um Kaili Rimfeld vom King’s College London nach einer umfangreichen Längsschnittstudie, die jetzt im »Journal of Child Psychology and Psychiatry« erschienen ist. Die Untersuchung fußt unter anderem auf Daten von mehr als 5000 Zwillingspärchen im Alter von 7 bis 18 Jahren aus der landesweiten britischen Schuldatenbank. Der vorliegenden Studie zufolge ließen sich rund 90 Prozent der Unterschiede in diesen Examensnoten allein anhand der Beurteilung durch die Lehrkräfte vorhersagen; frühere Testergebnisse brachten wenig zusätzliche Information. Beide hätten sich zur Vorhersage der Abschlussnoten als gleichermaßen aussagekräftig erwiesen. (12.5.2019)

Der NDR Bildungsreport interviewt am 19.01.2019 Klaus Zierer:

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Lerneffekte durch die Digitalisierung sind deutlich geringer als erwartet – Wer hätte das gedacht (außer Manfred Spitzer natürlich 😉 Aber es lohnt sich das Ganze differenziert zu betrachten. Es gibt mittlerweile zahlreiche Studien zu diesem Thema. Die durchschnittliche Effektstärke von Lernmethoden liegt bei 0.4 (0.8 wäre super, 0.1 wäre echt mies). Durch den Einsatz von digitalen Medien kommen die Untersuchungen auf eine Effektstärke von unter 0.4!!! Was mich am meisten überrascht: Gerade im mathematisch-naturwissenschaftlichem Bereich kommt es nicht zu verbesserten Lernergebnissen. Wenn, dann eher schon im sprachlichen Bereich. Auch für Lernbehinderte Schüler*innen kann es Vorteile geben. Die Lern-Revolution bleibt aber im Großen und Ganzen aus. Allerdings macht Zierer auch klar, dass die digitale Technik, wenn man sie schon einsetzen will, nicht von alleine wirkt. Es kommt wie so oft auf die Lehrperson an. Wichtiger ist nach Zierer, dass den Schüler*innen Rechen, Lesen, Schreiben, Reden und das Zuhören beigebracht wird. Hört, hört!!!

Einige interessante offene digitale Werkzeuge

https://ebildungslabor.de/blog/toolworkshop/

Welt: Das Internet verändert das Lernen. Leider nicht zum Besseren

In der Welt findet sich am 29.04.2019 ein interessanter und sehr reflektierter Kommentar von einem Berliner Kollegen (Rainer Werner ). Ich zitiere einige Passagen: „Alle benutzen sie (die Lehrer) Laptops und Tablets und sind auch mit der digitalen „Tafel“, dem Smartboard, bestens vertraut. Sie haben sich allerdings von den digitalen Verheißungen nicht den Kopf vernebeln lassen. Sie stellen die entscheidende Frage: Was ist der Mehrwert für den Unterricht? Eine Antwort sind die Befürworter der digitalen Aufrüstung in den Klassenzimmern bislang schuldig geblieben.“ Und: „Das Problem der Verfügbarkeit uferlosen Wissens im digitalen Kosmos lässt die Schüler oft hilf- und ratlos zurück.“ Allerdings hat der Autor auch erkannt, in welchen Bereichen der PC und die Vernetzung Vorteile bringt: “ Nützlich ist der PC bei den Verwaltungsabläufen einer Schule. Es gibt Plattformen, in die sich Lehrer und Schüler einloggen können, um schulinterne Informationen abzurufen oder einzustellen. (…) Wenn eine Schule konsequent auf diese digitale Verwaltung setzt, können Berge von Papier eingespart werden. Die Plattform „ItsLearning“ ermöglicht es den Lehrkräften, schulintern zu kommunizieren und Unterrichtsmaterial auszutauschen, was die Unterrichtsqualität verbessern kann.“ Dies deckt sich auch mit zahlreichen Studien.

Zu viel mündliches an den Schulen

die FAZ fordert am 11.4.2019 eine „Schreiboffensive“ an den Schulen: klick Ein ausgesprochen lesenswerter Text, aus dem ich im Folgenden zitieren möchte: „(…)Die Talkshow ist zum zweiten Wohnzimmer der Deutschen geworden. Für das Sprechen in diesem Gesprächskosmos gibt es keine Qualitätsmaßstäbe. Man darf reden, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Die lockere Diktion, Umgangssprache inklusive, gilt als Ausweis von Authentizität. Der Linguist Gerhard Augst vertritt die These, dass sich in unserer Gesellschaft das Gesprochene als Standardsprache durchgesetzt habe, was es schwer mache, auf die Dominanz der Schriftsprache zu pochen.“ und „(…)Die Grundschuldidaktikerin Ulrike Holzwarth-Raether sieht die Ursachen für die Defizite im Schreiben schon vor der Grundschule gelegt. Mit den Kindern werde heute zu wenig gesungen und artikuliert gesprochen. Das behindere die Entwicklung der Laut-Buchstaben-Zuordnung, die eine wichtige Voraussetzung für den Schrifterwerb sei. In der Schule wird das Schreiben von Texten auf allen Schulstufen vernachlässigt. Bei Schülern gilt schreiben als lästig und „uncool“. Häufig hört man schon in der Unterstufe des Gymnasiums die Frage: „Müssen wir das wirklich aufschreiben?“ 

2 Stunden Bildschirm

Wenn Kinder zwei Stunden oder län­ger am Tag auf ei­nen Bild­schirm gu­cken ist das of­fen­bar schon im Vor­schul­al­ter mit Ver­hal­tens­auf­fäl­lig­kei­ten ver­bun­den. Bis hin zu Sym­pto­men wie bei ei­ner Auf­merk­sam­keits­de­fi­zit-Hy­per­ak­ti­vi­täts­stö­rung. Das ha­ben ka­na­di­sche Wis­sen­schaft­ler an fünf­jäh­ri­gen Kin­dern fest­ge­stellt, nach­dem sie de­ren El­tern zum Frei­zeit­ver­hal­ten be­fragt und mit auf­fäl­li­gem Verhalten ab­ge­gli­chen hat­ten. Da­bei kam auch her­aus: Je mehr Sport die Kin­der trie­ben, des­to nor­ma­ler war ihr Ver­hal­ten. Dies berichtet Der Spiegel am 20.4.2019 in der Rubrik Wissenschaft.

Olaf-Axel Burow fordert eine ganz neue Schule

Olaf-Axel Burow fordert am 18.4.2018 auf krautreporter.de eine ganz neue Schule (damit ist er natürlich nicht der erste). Ihm sind sieben Punkte wichtig: 1.Digitalisierung 2.Personalisierung und neue Lehrerrolle 3.Vernetzung 4.Veränderung des Lehr-/Lernraums 5.Gesundheitsorientierung 6.Demokratisierung 7.Glücksorientierung – ich würde sagen: Das sind alles keine neuen Forderungen. Wenn man „seine“ Schule so umsetzen würde, so wäre dieses Projekt vermutlich zum Scheitern verurteilt. Denn es gibt keinen einzigen Beleg dafür, dass dieses Konzept besser oder überlegen ist. Und es ist nicht in Ordnung, wenn immer wieder groß angelegte pädagogische Feldversuche an Schüler*innen unternommen werden. Allerdings ist es so, dass viele Lehrer*innen einige seiner Forderungen bereits in ihren täglichen Unterricht einbauen. Vorsichtig und evidenzbasiert!

Olaf Köller im Gespräch

Ein sehr interessantes Interview mit Olaf Köller vom IPN auf NDR info am 19.3.2019: klick